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Invest BW - Bedeutung des Förderinstrumentes

[Dr. Silke Schmidt] (0:02 - 0:46)

TransFormsache, der Podcast der RegioClusterAgentur für Innovation und Transformation in Baden-Württemberg zu den Themen regionale Transformationen, Innovation und kreative Lösungen aus der Cluster-Szene BW. Herzlich willkommen zur 17. Folge unseres Podcasts Transformsache.

Mein Name ist Silke Schmidt von der RegioClusterAgentur für Innovation und Transformation in Baden-Württemberg und heute dürfen wir Professor Peter Schäfer willkommen heißen zum Podcast, Leiter der Abteilung Industrie, Innovation, Wirtschaftsnahe, Forschung und Digitalisierung im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Guten Morgen, ich begrüße Sie, Herr Schäfer, schön, dass Sie da sind.

[Prof. Peter Schäfer] (0:46 - 0:47)

Guten Morgen, Frau Schmidt.

[Dr. Silke Schmidt] (0:48 - 1:05)

Freut uns, dass Sie der Einladung gefolgt sind. Wir dürfen diesen Podcast auch diesmal ganz besonders im Haus der Wirtschaft in Stuttgart führen. Das ist eine ganz besondere Freude.

Herr Schäfer, ein paar Worte zu Ihnen, wenn man Sie nicht so kennt. Bitte.

[Prof. Peter Schäfer] (1:06 - 1:54)

Ja, vielen Dank, Frau Schmidt. Ja, mein Name ist Peter Schäfer. Ich leite die Abteilung, deren langen Namen Sie ja schon dargestellt haben, seit gut zwei Jahren.

Davor war ich viele Jahre für das Thema Existenzgründung und Startups in Baden-Württemberg verantwortlich. Ich habe hier verschiedene Gründungs- und Startup-Initiativen im Land aufgebaut und darf nun eben im fortgeschrittenen Alter seit zwei Jahren die Innovations- und Technologieabteilung, so nennen wir es intern, im Ministerium leiten. Ja, ich bin inzwischen 65 Jahre und habe an der Hochschule Potsdam noch eine Honorarprofessur für Entrepreneurship, Business Development.

[Dr. Silke Schmidt] (1:55 - 5:16)

Darum geht es heute auch. Wir reden nämlich heute über das Thema InvestBW und die Bedeutung dieses Förderinstruments im Clusterkontext, aber auch über das hinaus. Sie haben es angesprochen.

Entrepreneurship ist ein Hintergrund, den Sie mitbringen, aber noch ganz viele andere Themen, die wir anreißen werden. Ich sage ein paar Worte zu diesem Instrument, das ja doch sehr erfolgreich ist und schon relativ lange jetzt läuft. Er freut sich auch immer größerer Beliebtheit, sozusagen.

InvestBW ist das größte branchenoffene Innovations- und Investitionsförderprogramm in der Geschichte Baden-Württembergs, wurde bereits 2021 gestartet. Die Zielsetzung ist die Förderung von Forschung, Entwicklung, Innovationen und Transformation in Unternehmen. Das heißt, es geht nicht um Investitionen, sondern um Innovationen.

Das ist nochmal ganz wichtig für diejenigen, die zuhören und vielleicht daran denken, dass sie Maschinen beschaffen wollen oder sowas. Das ist jetzt erst mal nicht der Fokus. Es geht grundsätzlich um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft und um die Unterstützung von KMU und Startups.

Das hatten Sie auch schon erwähnt, dass es ein Steckenpfeiler ist. Bisher wurden gefördert und das ist eine Zahl, die ist ziemlich erstaunlich, wenn man sich das anschaut. Rund 840 Projekte seit 2021 mit dem Gesamtvolumen von circa 920 Millionen.

Das ist eine ganze Menge. Schauen wir uns den Landeshaushalt an. Da sind zusätzlich 149 Millionen für die Fortführung des Programms eingeplant.

Davon sind bis zu 100 Millionen für die Innovationsförderung vorgesehen. Also auch das eine erhebliche Hausnummer. Wenn wir uns anschauen, was wird denn jetzt genau gefördert, da gibt es jetzt eine Fokussierung auf große Zukunftsthemen.

Der letzte Förderaufruf, das wollen wir noch erwähnen, das war zum Thema Gesundheit, Ernährung und Green Tech. Es wurde eine Auswertung vom Projektträger gemacht und da sieht man, dass der überwiegende Teil, knapp über der Hälfte, Anträge im Bereich der Materialien, Ressourcen und Green Tech sind. Dann gibt es aber auch ganz starke Materialentwicklungen und als Zweites sozusagen in der Hitliste ist der Bereich Medizin, knapp unter 50 Prozent.

Also auch ganz starke Felder in Baden-Württemberg. Das sind jetzt missionsorientierte Calls, wie man das nennt, die da jetzt veröffentlicht werden. Wir freuen uns, dass wir diesen Podcast gerade jetzt in dieser Zeit machen können, denn gerade ist ein neuer Call rausgekommen.

Der beschäftigt sich mit dem Thema Mobilität. Da geht es um Lieferketten, da geht es um Infrastruktur und damit auch eben die Förderung von neuen Geschäftsmodellen und auch von Firmen, die hier einfach am Standort sich wohlfühlen müssen und auch dafür sorgen müssen, dass sie ihre Materialien auf den Hof kriegen und auch ihre Ware wieder raus. Das ist jetzt mal eine Einführung in diesen ganzen Themenkomplex InvestBW. Mich würde jetzt als erstes interessieren, Herr Schäfer, ich habe es angesprochen, Transport und Mobilität ist jetzt der aktuelle Call. In welchem strategischen Kontext, sagen wir mal, steht das Ganze jetzt?

[Prof. Peter Schäfer] (5:17 - 9:15)

Ja, vielen Dank. Vielleicht noch was zu dem Programmnamen InvestBW, der ja etwas in die Irre führt. Sie haben es gerade schon auch angedeutet: Tatsächlich war es so, dass wir ja im Corona-Jahr 2021 gestartet sind und in der ersten Periode war es tatsächlich möglich, auch einen Investitionszuschuss für Investitionsmaßnahmen zu bekommen. Aber selbst bei dem großen Volumen, wir reden ja über das größte einzelbetriebliche Förderprogramm, das Baden-Württemberg je aufgelegt hat. Selbst bei diesen Volumina, die wir da Gott sei Dank zur Verfügung gestellt bekommen haben, war es so, dass wir sehr schnell gemerkt haben, dass wir mit investitionsorientierten Zuschüssen natürlich sehr schnell an die Grenze kommen, was unsere Fördermittelbudgets anbelangt.

Und deshalb haben wir sehr schnell auf die reine Innovationsförderung umgestellt. Es hatte sich aber der Name schon so eingebürgert, dass wir beim InvestBW Begriff geblieben sind, obwohl es eigentlich, ja wie eben gerade dargestellt, keine Investitionsförderung gibt. Es gibt tolle L-Bank-Programme in der Innovationsfinanzierung, die tatsächlich auch investive Mittel zur Verfügung stellen, nicht nur Darlehen, sondern auch Tilgungszuschüsse.

Und wenn es um das geht, sollten wir uns an die L-Bank richten. Ja, was hat es mit missionsorientierten Aufrufen so auf sich? Wir haben letztes Jahr von unserer Technologiebeauftragten, wir lassen uns als Ministerium ja auch von externen Expertinnen und Experten beraten, unter anderem hat die Ministerin eine Technologiebeauftragte, das hat eine längere Tradition.

In dem Fall ist es aktuell die Frau Prof. Dr. Katharina Hölzle vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Wir haben von der Technologiebeauftragten des Landes uns gewisse Vorseitmodelle entwickeln lassen. Sie hat ein Impulspapier zu den Zukunftsbildern Baden-Württembergs erstellt, in dem sie auch sehr viele Expertinnen und Experten befragt hat.

Und da geht es letztendlich um die Frage, wie kann Baden-Württemberg den Strukturwandel bewältigen? Welche Wertschöpfungspotenziale sehen wir in der Zukunft? Schlichtweg, womit verdient Baden-Württemberg 2035 sein Geld?

Und da hat die Frau Hölzle eben fünf Zukunftsbilder entwickelt, die wir jetzt eben auch hergenommen haben, um unsere sogenannten missionsorientierten Aufrufe zu gestalten. Wir haben früher auch technologieoffene Aufrufe gemacht, aber ich muss ganz klar sagen, da hatten wir das Problem, dass da natürlich das gesamte Spektrum an Technologieentwicklungen eingereicht wurde. Damit hatten wir extrem hohe Überzeichnungen und die Begutachtung war natürlich auch extrem schwierig.

Und vor dem Hintergrund tun wir uns jetzt natürlich leichter, wenn wir uns missionsorientiert in einzelne Branchen oder Technologiefelder bewegen. Damit aber natürlich das gesamte Spektrum der Innovationen, Innovation kann ja nicht zwei Jahre warten bis dann der nächste Aufruf kommt, der passt. Damit das auch gewährleistet ist, setzt es natürlich voraus, dass wir sehr kurzzyklisch unsere Aufrufe machen.

Wir haben es ja gerade angesprochen, jetzt mit diesem Mobilitätsaufruf, den dritten Aufruf in einem Jahr. Und natürlich braucht es auch eine gute Kommunikation. Wir kommunizieren im Grunde genommen die Abfolge der jeweiligen missionsorientierten Aufrufe, damit die Institute und die Unternehmen, wir haben ja hier auch Verbundförderung im Schwerpunkt, nicht nur einzelbetriebliche Förderung, damit die sich orientieren können und sehen, aha in einem halben Jahr kommt ein Aufruf, der wahrscheinlich extrem gut zum einer derzeitigen Innovationsprojekt passt.

[Dr. Silke Schmidt] (9:16 - 9:53)

Sie haben es angesprochen, die Missionsorientierung ist etwas, die jetzt in der jüngsten Vergangenheit auch mit diesen strategischen Schritten eben, die man geht, hinzugekommen ist. Die gibt Fokus, sagen wir mal. Eingrenzung ist aber immer noch so in Anführungszeichen breit, dass man mehrere Zielgruppen abholen kann.

Wie beobachten Sie jetzt, Sie haben ja schon sehr lange in diesem Kontext zu tun und beobachten auch InvestBW jetzt seit einer geraumen Zeit. Wie sehen Sie, entwickelt sich das und wie wird vor allen Dingen auch diese Missionsorientierung angenommen von unterschiedlichen Zielgruppen?

[Prof. Peter Schäfer] (9:54 - 11:49)

Also wir haben das Gefühl, dass die Missionsorientierung sehr gut angenommen wird. Einerseits von den Forschungsinstituten, zum anderen aber auch natürlich von den Unternehmen ganz unterschiedlichen Alters. Die Startups sind ja auch eine ganz wichtige Klientel bei uns oder die sogenannten Scale-Ups, wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

Wir haben diesbezüglich ja auch vor einigen Jahren den Beihilferahmen von InvestBW noch weiter flexibilisiert, damit diese auch unterstützt werden können. Also wir sehen das sehr positiv und wie gesagt, wenn wir es schaffen auch zukünftig diese kurzzügliche Abfolge zu realisieren und hoffentlich dann auch in einem Landeshaushalt 2027, dessen Aufstellung wir jetzt schon vorbereiten, die Möglichkeit bekommen, das Kernprogramm von InvestBW so weiterzuführen, wie wir es bisher entwickelt haben, dann sehe ich da große Chancen, dass wir auch mit diesem Programm auch zukünftig sehr erfolgreich sind. Wichtig ist allerdings und das muss man auch erwähnen, dass wir derzeit in einer ganz schwierigen Phase uns befinden, was Bundesförderung anbelangt. Das begann schon mit der Rechtsprechung zum KTF.

Es sind ja fast dann schon knapp zwei Jahre, in denen im Grunde genommen auf der Bundesebene in verschiedenen, gerade auch technologie- oder branchenorientierten Programmen ein Fördervakuum besteht, dass gar nichts läuft oder nur wenig läuft und das können wir natürlich nicht alles mit InvestBW kompensieren. Wir konnten vieles kompensieren, aber halt nicht alles und das tut uns gerade weh, insbesondere wenn ich sehe, auch wie unsere Institute, die von der Bundesförderung abhängig sind, egal ob es die Innovationsallianz Baden-Württemberg ist, die Fraunhofer-Institute oder DLR-Institute sind, alle haben derzeit große Probleme, weil eben die Bundesförderung ausbleibt oder teilweise nur in ganz wenigen Programmen dann wieder angefragt wird.

[Dr. Silke Schmidt] (11:50 - 12:12)

Sie haben es angesprochen, die Unternehmen müssen sich ständig innovieren. Das ist ein Hauptfokus eines Unternehmens, um da am Ball zu bleiben. Was hat sich abseits der Missionsorientierung noch verändert bei InvestBW?

Ich habe das Gefühl, so wie Sie es beschreiben, ist es auch ein innovatives Förderinstrument. Es muss sich auch immer weiterentwickeln mit den Zielgruppen, mit den Rahmenbedingungen, auch auf Bundesebene.

[Prof. Peter Schäfer] (12:12 - 13:30)

Genau. Also wir machen eine eigene Lenkschnittuntersuchung. Wir haben aber zum Beispiel jetzt gerade aktuell auch eine Rechnungshofprüfung.

Der Rechnungshof prüft inzwischen nicht nur Zahlen, der prüft auch die entsprechenden Erfolgsparameter. Der befragt die Unternehmen, was hat es dir gebracht. Also nach den ersten Rückmeldungen, die wir jetzt vom Rechnungshof haben, sehen auch die Kolleginnen und Kollegen des Rechnungshofs das Programm extrem positiv.

Das ist natürlich auch wichtig. Wir haben das Programm in den letzten Jahren immer wieder verändert, auch dahingehend, dass wir noch bedarfsorientierter geworden sind. Wir haben versucht, das noch weiter zu beschleunigen.

Zu vereinfachen. Wir haben versucht, den Antragsaufwand zumindest dergestalt zu reduzieren, dass wir ein zweistufiges Verfahren eingeführt haben. Zweistufig heißt das zunächst nur in Anführungszeichen, aber die müssen natürlich schon auch sehr informativ und gehaltvoll sein.

Projektskizzen verlangen, die eingereicht werden müssen. Und wenn diese Projektskizzen positiv begutachtet werden, dann kommt dann die entsprechende Aufforderung an den Vollantrag mit Kosten- und Finanzierungsplan einzureichen. Und das hat sich auch bewährt.

Gut, das hat sich inzwischen auch beim Bund herumgesprochen, der viele Programme inzwischen auch so gestaltet.

[Dr. Silke Schmidt] (13:31 - 13:40)

Jetzt ist ein Projekt auf Papier was anderes, als wenn es dann in der Realität dasteht, vor einem steht. Besuchen Sie manchmal auch Projekte?

[Prof. Peter Schäfer] (13:41 - 15:33)

Ja, also wie schon erwähnt, ich war ja auch viele Jahre für Start-up und Existenzgründung zuständig und habe natürlich immer noch viel Herzblut für diese Szene und besuche natürlich schon immer wieder auch Start-ups und Scale-ups, die insbesondere auch von InvesBW, aber auch von Start-up BW Preseed finanziert werden. Und man sieht schon, dass dieses Programm inzwischen einen ganz wesentlichen Baustein gerade in der Förderung junger Unternehmen darstellt. Bei etablierten Unternehmen stellen wir auch fest, dass die Kooperation von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit Unternehmen dadurch extrem forciert werden kann.

Insbesondere im KMU-Bereich gibt es immer noch leider sehr viele affektive Distanzen zur Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und den Unternehmen selbst. Wir sind nach wie vor nicht zufrieden, was die Kooperationsbereitschaft anbelangt, aber das Programm trägt wesentlich dazu bei, dass wir unsere Forschungsexzellenz tatsächlich dann auch in Produktinnovation und Prozessinnovationen umgewandelt bekommen und dass wir, ich sage immer, die PS, die wir in der Forschung entwickeln, dann tatsächlich auch auf die Straße bekommen. Ein ganz wesentliches Thema, gerade vor dem Hintergrund, dass die Industrieaufträge, die unsere Institute auch ungefördert teilweise bekommen, dass die gerade natürlich angesichts der konjunkturellen Schwierigkeiten zurückgehen.

In vielen Unternehmen wird halt gerade argumentiert, dass man sich auf die Kernkompetenzen, auf das Kerngeschäft konzentrieren möchte. Also auch das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass wir mit Förderung den einen oder anderen doch dazu bekommen, dass er gerade in dieser Phase in die neue Produktkategorien oder gar in neue Geschäftsmodelle sich hinein entwickelt.

[Dr. Silke Schmidt] (15:35 - 16:20)

Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, kann man so sagen, von InvestBW, dass also diese enge Verzahnung zwischen Forschung, anwendungsorientierter Forschung, Wissenschaft und eben der Unternehmensebene steht. Hohe Anwendungsorientierung, gleichsam aber eben hoher Innovationsfaktor auf Grund der Forschung, die da reinfließt. Jetzt gehen wir mal ein Stück weiter auch noch zu den Themen.

Also ist kein Geheimnis, KI ist gerade überall. Das fragen sich bestimmt auch manche Antragstellenden. Also wie sieht es denn noch mit anderen Themen aus?

Gibt es noch andere Nischenthemen, wo Sie sagen würden, das ist jetzt abseits von KI, liebe Leute, also fühlt euch nicht abgeschreckt, wenn ihr vielleicht nichts mit KI macht. Es gibt noch weitere, die interessant sind und zukunftsorientiert.

[Prof. Peter Schäfer] (16:20 - 19:19)

Also wenn Sie die Zukunftsbilder anschauen, da steckt zwar KI überall drin, wird aber, glaube ich, nur ein oder zwei Mal dann tatsächlich in den Zukunftsbildern selber auch erwähnt, weil wir sehen natürlich KI inzwischen als Querschnittstechnologie. Ja, ob wir in der Betrachtung von verschiedenen Technologiefeldern, wo wir vielleicht auch noch nicht so stark sind, von Nischen sprechen sollten, ist die Frage. Also wir sehen da natürlich vor allem auch neue Potenziale für die Wirtschaft in Baden-Württemberg.

Ich meine, Mobilität ist ein ganz wichtiges Thema. Wir sind und bleiben Autoland, auch wenn wir derzeit massive Verluste zu verzeichnen haben, weniger Arbeitsplätze, Wertschöpfungsanteile gehen verloren, gehen ins Ausland. Das ist alles ein Thema, wo wir natürlich auch dranbleiben müssen, dass wir teilweise zumindest unsere Innovationskraft und unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Automobilwirtschaft behalten.

Das gilt nicht nur für die Automobilhersteller selber, sondern natürlich für unsere Zulieferbetriebe. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das eine oder andere auch halten können. Aber wenn wir jetzt in andere Bereiche hineingehen, es geht ja darum, gesellschaftliche Bedarfe im Grunde genommen zu befriedigen.

Und da ist Mobilität nur ein Bedarf. Wir haben Sicherheit, Gesundheit, Thema Umwelt natürlich, wo wir denke ich noch wachsen können. Und natürlich kommt gerade im Sicherheitsbereich das neue Thema, nicht nur innere Sicherheit, Zivilschutz, sondern eben jetzt auch das Thema Defence dazu.

Also wenn wir das Ganze betrachten, dann gibt es natürlich Anwendungsfelder im Bereich Material und Ressourcen, wo wir auch im Interesse der europäischen Resilienz und Souveränität sehr viel machen müssen. Ob das jetzt Lithiumvorkommen am Oberrhein sind oder neue Werkstoffe zum Beispiel im Bereich Faserverbundstoffe. Da sehen wir noch viele Möglichkeiten, auch gerade in Richtung Leichtbau.

Wir sehen natürlich ganz viele Themen im Bereich Kreislaufwirtschaft, im Bereich Bioökonomie, Biointelligenz, im Bereich GreenTech, Oberflächentechnik. Da haben wir viel Potenzial. Aber auch im Bereich zum Beispiel New Food, nachhaltige Lebensmittelproduktion, ganz wesentliches Thema.

Oder auch im Bereich immersive Technologien oder Gaming. Im Gamesbereich sind wir zwar ganz ordentlich aufgestellt, aber haben auch unheimlich viel Luft nach oben und stellen stark fest, das hat zum Beispiel unser Metaverse Kongress dieses Jahr gezeigt, dass wir im Bereich der sogenannten Cross-Innovation sehr viel erreichen, indem wir die Kreativwirtschaft in unsere Produkt- und Prozessentwicklung mit einbeziehen.

[Dr. Silke Schmidt] (19:20 - 20:08)

Sie haben eben das Stichwort genannt, es muss gesellschaftlich relevant sein. Das ist schon mal eine große Anforderung natürlich. Sie haben auch das Thema Sicherheit angesprochen.

Da würde ich jetzt gerne noch mal rein, weil das ist ja etwas, was nicht ausgeblendet werden kann. Das ist der gesamtgesellschaftliche Rahmen. Das ist nicht nur die Bundesebene, das ist an der Stelle auch die europäische Ebene. Und etwas, was die Unternehmen bewegt. Viele sitzen da. Sie haben es jetzt auch gesagt, Automobilindustrie ist jetzt gerade nicht so am Wachsen, können wir sagen.

Was sagen Sie Unternehmen, die jetzt vielleicht da sitzen und sagen, naja, so Dual Use und vielleicht ist das was. Vielleicht ist das ein Bereich für uns, also dieses Thema New Defense. Welche Rolle spielt das aus Ihrer Perspektive aktuell?

[Prof. Peter Schäfer] (20:08 - 23:33)

Spielt eine extrem große Rolle. Wir sind da auch mit unseren Partnern, den Industrie- und Handelskammern und den Unternehmensverbänden ganz massiv unterwegs. Haben auch erste Veranstaltungen schon durchgeführt, weil es tatsächlich so ist, wie Sie sagen, dass ganz viele Unternehmen jetzt natürlich in Richtung Diversifikation denken, in Richtung Dual Use, in Richtung Produkte und Prozesse für die Sicherheits- und Verteidigungsthematik.

Man muss konstatieren, dass wir heute schon ein großer Standort sind für Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Es sind round about 42.000 Beschäftigte in diesem Sektor in Baden-Württemberg tätig. Das heißt, ein Viertel aller Beschäftigten in ganz Deutschland arbeiten bei uns in Baden-Württemberg und wir sind ein starker Forschungsstandort.

Das hat man natürlich in der Vergangenheit eher so ein bisschen unterm Teppich gehalten, aber wir haben Institute, die sehr stark auf Verteidigungsforschung ausgerichtet sind und wir machen ja gerade auch verschiedene Initiativen. Unter anderem gibt es ja jetzt das Vorhaben Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung an der Universität Stuttgart, wo es darum geht, die Themen um die gesamte Sicherheits- und Verteidigungsforschung noch besser zu clustern, noch besser zu vernetzen. Also da passiert sehr viel.

Aber was mit unseren Partnern, den Kammern und Verbänden vor allem gerade läuft, ist, dass wir eben regionale Veranstaltungen durchführen, wo wir dann diese unerfahrenen Unternehmen, was die Absatzmärkte, die sind ja relativ stark auf bestimmte Kunden ausgerichtet, was das anbelangt, dass wir zum Beschaffungswesen zum Beispiel der Bundeswehr oder der NATO informieren, dass wir natürlich auch diesen gesamten Markt transparent gestalten, weil der natürlich vielen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die diese Unternehmen gar nicht kennen. Es gibt hohe Qualitätsanforderungen, es gibt im Beschaffungsprozess natürlich ganz andere Lieferbedingungen, es gibt Geheimhaltungsvorschriften etc. pp.

Das alles muss natürlich bedacht sein. Also so einfach da quasi in diesen Markt hineinzuswitchen, ist es dann auch nicht. Wir haben sehr enge Verbindungen auch zum Landeskommando der Bundeswehr in Baden-Württemberg, um letztendlich den Bedarf des Kunden dann auch zu eruieren, weil natürlich ganz viele Unternehmen, auch Forschungsinstitute jetzt mit neuen Ideen, zum Beispiel mit Drohnenprojekten kommen, wo wir dann aber den Kunden erst mal fragen, kannst du diese Drohne denn überhaupt brauchen oder was hast denn du für Bedarfe? Und da muss man einfach auch konstatieren, dass natürlich anhand des Sondervermögens zurzeit eben die Beschaffung im Fokus steht bei der Bundeswehr. Das heißt, lange forschen können wir da gar nicht, sondern da geht es um knallharten Technologietransfer.

Das kann man, denke ich, kurzfristig erreichen, aber so erstmal Grundlagenforschung, dann angewandte Forschung, dann kommt in zehn Jahren irgendein Produkt raus, das ist gerade nicht das Thema. Wenn Sie allein die Entwicklung der Drohnen anschauen, wir sind ja Gott sei Dank nur Zuschauer, was den Ukraine-Krieg anbelangt, dann stellen Sie ja fest, wie rasant sich diese Drohnentechnologie die letzten Monate allein in diesem Krieg entwickelt hat und auf sowas müssen wir zukünftig reagieren können.

[Dr. Silke Schmidt] (23:34 - 23:43)

Macht es, glaube ich, umso spannender dann trotzdem, wenn man sich die Vita dieses Programms auch anschaut. Sie haben es gesagt, 2021 gestartet, da war Corona, da war eine ganz Ausnahmesituation.

[Prof. Peter Schäfer] (23:44 - 23:45)

Da haben wir Filter für Corona.

[Dr. Silke Schmidt] (23:46 - 24:31)

Ja, die Herausforderung zu einer Chance gemacht, auch hier ein sehr angespanntes Klima international, aber wie Sie sagen, es gibt die Chancen, es ist aber auch kein leichter Markt, in den man jetzt mal einfach so irgendwie reinkommt, sondern da bedarf es viel Informationen, auch den entsprechenden Kontakten und so weiter. Alles, was Sie auch zur Verfügung stellen in Events etc. Gehen wir noch mal zu anderen Themen vielleicht.

Also wir haben angesprochen New Food, es gibt Mobilität, Green Economy, das alles ist da. Die Sicherheitslage ist ein weiterer Faktor. Was sind weitere Themen, die innovationspolitisch aus Ihrer Perspektive für die kommenden Jahre von großer Bedeutung sind in Baden-Württemberg?

[Prof. Peter Schäfer] (24:31 - 27:36)

Also wir sind ja gerade dabei, eine Innovationsstrategie zu entwickeln. Wir haben da interessanterweise zunächst schon mal die Expertinnen und Experten im eigenen Ministerium befragt, also die eigene Crowd und gehen jetzt gerade in den Stakeholder-Prozess, um genau diese Themen dann auch stärker zu fokussieren. Wir müssen ja eine Innovationsstrategie auch schon für die EU fortschreiben und müssen Ende nächsten Jahres mit dieser Innovationsstrategie dann auch wieder fertig werden, damit wir die für die nächste Förderperiode des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung dann auch wieder vorlegen können.

In diesem Kontext haben wir natürlich verschiedenste Positionspapiere, deren gibt es ja zuhauf derzeit natürlich auch, was industriepolitische Ausrichtung etc. anbelangt, auch analysiert, haben diesen internen Prozess gestaltet und gehen jetzt in den Stakeholder-Prozess rein und in diesem Stakeholder-Prozess wird man natürlich verschiedene technologische Schwerpunkte schon mal vorgeben und dann natürlich auch die Meinung der jeweiligen Expertinnen und Experten einholen. Ich denke, wir sind gut beraten, im Bereich der Spitzentechnologie weiter voranzuschreiten.

Wir haben ja ein paar Leuchttürme auch schon in der Vergangenheit geschaffen, die müssen natürlich nachhaltig wirken, egal ob sie das Zentrum für Quantencomputing in Eningen sich anschauen, wo wir massiv investiert haben mit der Privatwirtschaft zusammen oder den IPAI natürlich in Heilbronn, wo es um Anwendungen, das möchte ich immer wieder betonen, der KI in ganz unterschiedlichen Industriefeldern geht.

Hier zeichnet sich ab, obwohl der IPAI ja als Gebäudeensemble noch gar nicht steht, sondern zurzeit ja noch in Räumlichkeiten untergebracht ist, die nur vorübergehend zur Verfügung stehen. Hier zeichnet sich ab, dass da schon so eine Sogwirkung gibt, auch aus dem nationalen, internationalen Bereich. Wir konnten ja jetzt auch das IMEC, das Belgische Exzellenzinstitut für Chipentwicklung, Chip-Blatt-Entwicklung in Heilbronn ansiedeln.

Also solche Effekte brauchen wir eben auch. Wir müssen in die Breite gehen, aber wir brauchen auch diese Spitzentechnologien im Quantencomputing-Bereich, im Bereich Halbleiter, insgesamt im Bereich Life Science natürlich auch nach wie vor, wo wir ja durchaus auch schon sehr gute Erfolge in der Vergangenheit erzielt haben. Das ist sehr wichtig.

Aber ich möchte auch betonen, dass ja nicht alles nur staatlich reguliert und gesteuert werden kann. Wir müssen, und das ist ein ganz wichtiges Anliegen meiner Abteilung, praxisgerechte Regulatorik beim Bund und vor allem bei der EU durchsetzen. Warum?

Weil unternehmerische Freiheit natürlich die beste Basis für Innovationen darstellt. Und da bekommen wir jeden Tag die Rückmeldung, dass sich viele Unternehmer und Unternehmerinnen nicht mehr frei fühlen in der Entwicklung ihrer eigenen Ideen.

[Dr. Silke Schmidt] (27:37 - 28:35)

Ganz großes Thema Regulatorik. Sie haben zusätzlich angesprochen viele Institutionen, die also diese Transformationen, die Innovationen unterstützen, indem sie Innovationen, Informationen zur Verfügung stellen, aber teilweise eben auch, ich sage mal Probierräume und derartige Flächen. Die, die dazwischenstehen, sozusagen ein bisschen als Bindeglied sind, das sind Intermediäre.

Also wir machen den Podcast ja für die Cluster-Szene. Sie haben es angesprochen, es gibt immer irgendeine Gang. In dem Zusammenhang ist es also die Crowd der Intermediäre und insbesondere der Clusterinitiativen der Wirtschaftsförderer.

Welche Rolle spielen jetzt diese Bindeglieder aus Ihrer Perspektive in diesem Innovationsprozess und in dieser Kette von Forschung über Institutionen, sage ich mal, bis hin dann auch bis es im Unternehmen ankommt?

[Prof. Peter Schäfer] (28:37-32:37)

Eine sehr, sehr große Rolle. Wir sind ein starkes Flächenland mit zwölf selbstbewussten Regionen und das heißt, dass natürlich auch unsere strategischen Überlegungen über diese Intermediäre an die einzelnen Unternehmen, an die einzelnen Einrichtungen transportiert werden müssen. Ich denke, da haben wir auch noch ein bisschen Luft nach oben.

Das ist eigentlich ein Thema, das ich seit zwei Jahren auch ganz konzentriert verfolge, dass wir da noch besser werden, was die Abstimmung unserer innovationsstrategischen Ausrichtung im Land anbelangt, mit den jeweiligen regionalen Strategien, mit den regionalen Projekten. Da sind uns natürlich alle herzlich willkommen, die an diesem Prozess sich intensiv beteiligen. Es gibt natürlich schon einen regen Austausch untereinander, aber auch da können wir, denke ich, noch daran arbeiten, dass wir diesen Prozess noch optimaler gestalten.

Strategische Themen in die Fläche bringen heißt aber auch gleichzeitig, dass wir natürlich Feedbacks aus den jeweiligen Regionen bekommen. Was sind denn die tatsächlichen Bedarfe? Wie kommen denn bestimmte Fördermaßnahmen an etc. pp.? Auch da denke ich, können wir noch optimaler zusammenarbeiten. Wir haben schon ganz viele Feedbacks natürlich aus den jeweiligen Regionen bekommen und das hilft uns natürlich auch.

Aber auch da müssen wir ganz ehrlich miteinander umgehen und müssen auch, sagen wir mal, Projekte, die vielleicht nicht so erfolgreich waren, mal gemeinsam diskutieren, woran hat es denn gelegen. Auch das gehört zur ganzen Thematik. Wenn man Innovation fördern möchte, muss man auch akzeptieren, dass eigene Unterstützungsmaßnahmen vielleicht manchmal nicht funktionieren.

Ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Instrumenten international, weil ich sage, der Instrumentenkasten, den wir eigentlich haben, der ist mir eigentlich im Grunde genommen manchmal zu wenig. Wir machen Beratungsförderprogramme, wir machen vielleicht das eine oder andere an Investitionsförderung, wir fördern Hubs und Anlaufstellen. Die Frage muss aber sein, wie viel erreichen wir davon?

Und wie viele Unternehmen sagen, jawohl, das hat mir jetzt was gebracht in der Ausrichtung neuer Geschäftsmodelle oder in der Prozessgestaltung bin ich effizienter dadurch geworden. Wir müssen uns einfach auch, was die Benchmarks anbelangt, vielleicht noch einiges überlegen. Was mir auch wichtig ist, dass die Intermediäre stärker für unsere Forschungsinstitute der wirtschaftsnahen Forschung werben.

Wir haben eine Exzellenz, wir haben gerade jetzt die acht Landesinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg evaluieren lassen, durch externe Gutachter, die nicht aus Baden-Württemberg kamen. Und die haben uns konstatiert, das ist Wahnsinn, was ihr euch da als Land an Exzellenz neben Fraunhofer und DLR noch leistet. Aber auch da stelle ich gerade fest, ich bin da in jedem Kuratorium und Aufsichtsrat, dass die Institute sich unheimlich schwer tun, an die Unternehmen heranzukommen.

Ich habe es vorhin schon erwähnt. Das ist jetzt noch schwieriger geworden, aber es war vorher auch bislang unbefriedigend, das muss man ganz klar sehen. Und die Grundlage, warum wir diese Institute fördern, ist das Mittelstandsfördergesetz.

Das heißt, die KMU-Kooperation, das soll eigentlich hier unterstützt werden. Und da brauchen wir die Intermediäre auch, um stärker zu werden, Kooperationen anzubahnen. Wir müssen uns auch überlegen, wie wir vielleicht die Institute noch besser profilieren, dass man vor Ort auch die Institute kennt, die nicht gerade in der eigenen Region ansässig sind, sondern vielleicht ein paar hundert Kilometer entfernt.

Gut, Baden-Württemberg, so groß ist es auch nicht. Hundert Kilometer entfernt. Ja, Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, aber natürlich auch den Hochschulen, ist ein ganz wichtiges Thema.

Und ich denke, da können die ja über die Jahre schon entwickelten Clusterinitiativen noch mehr dazu beitragen.

[Dr. Silke Schmidt] (32:37-33:58)

Herr Schäfer, wir kommen langsam zum Schluss. Sie haben es eben angesprochen, der Instrumentenkasten könnte vielleicht weiter wachsen. Ich habe das Gefühl, im Laufe dieses Gespräches haben Sie eine breite Palette aufgemacht von einerseits Instrumenten, die mit InvestBW, sagen wir mal, gefördert werden, aber die damit verbunden sind.

Auch ein bisschen so wie eine Drohne, habe ich das Gefühl, haben wir so unterschiedliche Inseln an Themen hier jetzt abgeflogen. Da gibt es eine Menge zu lernen. Auch, glaube ich, ist ein wichtiger Faktor das Thema Informationsvermittlung.

Sie haben es eben angesprochen. Also eine Sache ist, es gibt diese Institutionen, es gibt auch die Hilfsinstrumente, man muss sie aber kennen. Und dieses Bindeglied zu bauen, ist eine ganz wichtige Sache.

Ich würde gerne als letzte Frage eine stellen, und die geht ein bisschen in Richtung Start-ups. Sie haben es genannt, Sie haben da eine lange Geschichte und haben mit Start-ups viel gearbeitet. Was Start-ups relativ am Anfang lernen, ist ja, dass sie pitchen und ihre Neuigkeit sozusagen in einem Satz an die Welt bringen.

Meine letzte Frage nochmal an Sie jetzt, nachdem wir über InvestBW aus diesen unterschiedlichen Perspektiven gesprochen haben. Was ist Ihre abschließende Botschaft jetzt, wo dieser neue Call rausgekommen ist, an die baden-württembergische Unternehmerschaft und vielleicht auch an die Intermediäre?

[Prof. Peter Schäfer] (33:59-35:59)

Die ganz wichtige Message von unserer Seite ist, wir haben jetzt in den neuen Aufruf immerhin auch wieder 30 Millionen, die wir hier zur Verfügung stellen. Dass die Unternehmen diese Chance nutzen, dass die Unternehmen sie aber auch nutzen, um neue Netzwerkpartner zu gewinnen. Sie haben die Start-ups angesprochen, bei denen ist es eigentlich heutzutage üblich.

Ich glaube schon, dass wir da eine neue Kultur auch in Baden-Württemberg eingeführt haben. Nicht umsonst gelten wir inzwischen als eines der erfolgreichsten Flächenländer, was die Start-up-Förderung anbelangt. Aber, und das ist auch ein ganz wichtiges Thema, es geht auch um die etablierten Unternehmen, dass die so ein bisschen Start-up-Mindset aufgreifen und dass sie dann eben auch sagen, okay, wir haben vielleicht noch ein Geschäftsmodell, das einigermaßen ausräumlich ist, aber wir müssen im Grunde genommen so wie Start-ups dann eben auch schon sehr frühzeitig in die Entwicklung neuer Geschäftsfelder gehen. In dem Zusammenhang ist es aber auch wichtig, dass dann auch die Nachhaltigkeit entsprechend Berücksichtigung findet.

Und dass wir in dem Zusammenhang auch überlegen, wie wir solche neuen Geschäftsfelder dann wirklich auch finanziert bekommen. Bei den Start-ups sind wir derzeit in der Situation, wo wir sagen, wir haben tolle neue Start-ups, aber wenn sie größer werden und Finanzierungsrunden benötigen, die von den Volumina dann schon sehr anspruchsvoll sind, dann sind wir als Land Baden-Württemberg häufig nicht in der Lage, diese Start-ups oder in dem Fall die Scale-ups zu halten. Und das ist ein ganz wesentliches Thema, mit dem wir uns derzeit in der wirtschaftspolitischen Diskussion beschäftigen.

Und wo wir hoffen, dass wir in der nächsten Legislatur eine Antwort finden. Und da geht es nicht um internationale Konkurrenz, sondern um nationale Konkurrenz aus anderen Bundesländern. Dass wir da nicht das Problem haben, dass unsere mühsam aufgepeppelten Start-ups als Scale-ups in andere Regionen aufwandern.

[Dr. Silke Schmidt] (36:00-36:10)

Start-up-Mindset nehmen wir mit und das Thema Nachhaltigkeit und erfolgreiche Gründungen auch im Land zu halten, sagt Professor Peter Schäfer. Herzlichen Dank nochmal.

[Prof. Peter Schäfer] (36:10-36:13)

Ja, bitte. Hat Spaß gemacht.

[Dr. Silke Schmidt] (36:13 - 36:40)

Das war TransFormsache, der Podcast der RegioClusterAgentur für Innovation und Transformation in Baden-Württemberg zu den Themen regionale Transformationen, Innovationen und kreative Lösungen aus der Cluster-Szene Baden-Württembergs. Die RegioClusterAgentur Baden-Württemberg wird durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg aus Landesmitteln und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, EFRE, finanziert.