Glossar
Die Cluster-Thematik ist von einer Vielzahl von Begriffen und Termini geprägt – einige werden synonym verwendet, andere unterschiedlich interpretiert. Um ein einheitliches Verständnis zu ermöglichen, finden Sie hier Kurzdefinitionen.
Geografisch konzentrierte Netzwerke verbundener Unternehmen, Zulieferer, Dienstleister und Institutionen, die durch gemeinsame Technologien, Märkte oder Kompetenzen verknüpft sind. Im Entwicklungsverlauf eines Clusters können sowohl forschungsorientierte als auch stärker wirtschaftlich geprägte Themen im Vordergrund stehen. Auf diese Weise entstehen dynamische Wirtschafts- und Innovationsräume, die die Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Akteure stärken.
(vgl.: Porter, Michael E.: Competitive Advantage of Nations, 1998)
Clusterakteure sind alle Organisationen und Institutionen, die an einem Cluster oder Clusterverbund beteiligt sind (z. B. produzierende Unternehmen, Dienstleister und Forschungseinrichtungen).
Clusterinitiativen sind regional verankerte Netzwerke, in denen innovations- und transformationsorientierte Kooperationen strategisch gestaltet und durch ein professionelles Clustermanagement koordiniert werden. Sie bündeln Kompetenzen, schließen gezielt Wissenslücken und können Akteure verschiedener Sektoren oder Wertschöpfungsketten zusammenführen, um cross-sektorale und interdisziplinäre Innovationsprozesse anzustoßen. In der Regel sind Clusterinitiativen in die regionale Wirtschafts- und Innovationspolitik eingebettet und übernehmen eine wichtige Rolle innerhalb der Wirtschaftsförderung und des Technologietransfers.
Clustermanagement bezeichnet eine Trägerorganisation (z. B. Verein, GmbH), welche durch Beratungs- und sonstige Dienstleistungen eine Clusterinitiative koordiniert und weiterentwickelt.
(vgl.: Analytische und konzeptionelle Grundlagen zur Clusterpolitik in Baden-Württemberg, 2008)
Sie sind Pendants zu den regionalen Digital Hubs mit Bundes- und EU-Förderung und verfolgen das Ziel, niederschwellige Beratungsangebote und Pilotierungsräume für Unternehmen im Bereich digitaler Innovationen zu schaffen.
Regionale Anlaufstellen, die kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups, Forschung sowie Anbieter digitaler Lösungen zusammenbringen. Als Informations-, Beratungs- und Experimentierräume unterstützen sie bei der Digitalisierung und Umsetzung digitaler Projekte – etwa durch Testinfrastruktur, Know-how, Vernetzung und praktische Projektbegleitung. Ziel ist es, digitale Technologien und Innovationen branchenübergreifend verfügbar zu machen und damit Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Transformation – insbesondere auch in ländlichen Regionen – zu fördern. Die Digital Hubs werden vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert.
Geförderte Beratungsstellen, die kleine und mittlere Unternehmen mit einfachen, praxisnahen Angeboten beim Einstieg in die Digitalisierung unterstützen. Sie vermitteln niederschwellige Basisunterstützung, bieten insbesondere branchenspezifische Formate und helfen dabei, erste Digitalisierungsprojekte gezielt anzustoßen.
EU-Förderinstrument, das Investitionen in Forschung, Innovation, Digitalisierung, Klimaschutz und Energieeffizienz fördert, um den regionalen Zusammenhalt und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Sie sind Pendants zu den regionalen Digital Hubs mit Bundes- und EU-Förderung und verfolgen das Ziel, niederschwellige Beratungsangebote und Pilotierungsräume für Unternehmen im Bereich digitaler Innovationen zu schaffen.
Der Online-Förderkatalog (FöKat) ist die zentrale Datenbank des Bundes, die mehr als 110.000 laufende und abgeschlossene Fördervorhaben der Projektförderung enthält. Er bietet transparente Informationen zu Zuwendungsempfängern, Förderprogrammen und Projektdaten und dient damit als wichtige Datenquelle für Analyseinstrumente wie den RIT-Monitor BW.
Siehe folgender Link: https://foerderportal.bund.de/foekat/jsp/StartAction.do
Lokal strukturierter und grenzüberschreitender Raum, der eine gemeinsame regionale Entwicklungsstrategie verfolgt.
Unter einer Governance-Struktur wird das Ordnungs- und Steuerungssystem innerhalb eines funktionalen Raums verstanden. Sie beschreibt, wie unterschiedliche Organisationen – etwa Unternehmen, öffentliche Stellen oder weitere Institutionen – miteinander vernetzt sind, zusammenwirken und Verantwortung übernehmen. Governance umfasst dabei die Strukturen, Prozesse und Prinzipien, die Entscheidungsfindung und Koordination innerhalb einer Region regeln, um Maßnahmen, Strategien und Ressourcen aufeinander abzustimmen und Innovations- sowie Transformationsprozesse effektiv zu gestalten.
Eine zentrale Rolle übernehmen dabei die Lead-Organisationen. Sie koordinieren die Zusammenarbeit der regionalen Akteurinnen und Akteure, bündeln Kompetenzen und unterstützen die Umsetzung der regionalen Innovationsstrategien. Innerhalb der Lead-Organisationen sind die RIS-Koordinatorinnen und -Koordinatoren angesiedelt, die die operative Koordination der regionalen Innovationsstrategie übernehmen und maßgeblich zur strategischen Ausrichtung und Umsetzung regionaler Entwicklungsprozesse beitragen.
Ein Index, der das Innovationspotenzial von Regionen in der EU vergleichbar macht.
Siehe folgender Link: Methodische Erläuterungen Innovationsindex EU)
Intermediäre sind Organisationen oder Einrichtungen, die als Vermittler zwischen verschiedenen Akteuren im regionalen Innovationsprozess fungieren, darunter Innovations-Hubs, Labs, Inkubatoren, Acceleratoren, Technologietransferzentren oder Coworking-Spaces.
Die Landesagenturen Baden-Württembergs sind spezialisierte Einrichtungen des Landes, die Innovation, nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit in zentralen Technologiefeldern unterstützen.
Dazu gehören:
- e-mobil BW GmbH – Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg
- Umwelttechnik BW GmbH – Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg
- MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH – Landesagentur für Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Digitalisierung
- BIOPRO Baden-Württemberg GmbH – Landesagentur für Biotechnologie und Bioökonomie
Sie fördern Wissenstransfer, Vernetzung, Projektentwicklung und strategische Transformationsprozesse in ihren jeweiligen Fachbereichen und stärken dadurch den Innovations- und Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.
Die Lead-Organisationen gestalten die regionalen Governance-Strukturen und bündeln wirtschaftspolitische Instrumente bedarfsgerecht. Sie setzen strategische Schwerpunkte und fördern zentrale Innovationsprozesse. Die Lead-Organisationen entstammen regionalen Akteurinnen und Akteuren, die für die Entwicklung ihres funktionalen Raums besondere Verantwortung tragen. Die operative Umsetzung wird dabei von den jeweiligen RIS-Koordinatorinnen und -Koordinatoren unterstützt. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Lead-Organisationen finden Sie hier.
Peer-Learning ist ein Austauschformat zur gezielten Einbindung ausgewählter Innovationsakteurinnen und -akteure, in dem konkrete Fragestellungen zur Bündelung regionaler Kompetenzen gemeinsam bearbeitet werden. Ziel ist der strukturierte Wissenstransfer zwischen den beteiligten Partnerinnen und Partnern.
Die Regionale Governance-Struktur-Analyse (RGSA) gibt Einblick in Ausprägung und Charakter der elf regionalen Governance-Strukturen in Baden-Württemberg und unterstützt das Verständnis regionaler Steuerungs- und Kooperationsmechanismen. Sie bildet die Grundlage für die Entwicklung regionenspezifischer Maßnahmen.
Zudem werden relevante Innovationsakteurinnen und -akteure, deren Einbindung sowie der Entwicklungsstand der regionalen Governance-Strukturen betrachtet. Dabei werden Potenziale und mögliche Barrieren für die Einbindung weiterer Akteurinnen und Akteure aufgezeigt.
Ein Regionales Innovationssystem (RIS) bezeichnet geografische Governance-Einheiten, deren Entwicklung mit Mitteln der Europäischen Union (EU) durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.
Die RIS-Challenge ist ein Veranstaltungsformat, in dem regionale Fragestellungen im Transformations- oder Governance-Kontext gemeinsam von unterschiedlichen Innovationsakteurinnen und -akteuren bearbeitet werden, um Kompetenzen zu bündeln und die Zusammenarbeit zwischen neuen und etablierten Akteurinnen und Akteuren zu fördern.
Das RIS-Handbuch vermittelt aktuelles Wissen zum Aufbau und zur Steuerung regionaler Governance-Strukturen sowie zur Integration von Innovationsakteurinnen und -akteuren. Es unterstützt damit den Kompetenzaufbau bei Innovationsakteuren sowie bei RIS-Koordinatorinnen und -Koordinatoren.
RIS-Koordinatorinnen und RIS-Koordinatoren sind zentrale Anlaufstellen in den RegioWIN-Regionen Baden-Württembergs. Sie bringen regionale Akteurinnen und Akteure zusammen, unterstützen gemeinsame Innovations- und Transformationsvorhaben und begleiten die Umsetzung der jeweiligen regionalen Innovationsstrategie. In neun von elf RegioWIN-Regionen sind sie bei den Lead-Organisationen angesiedelt.
Als Bindeglied zwischen Land, Regionen und regionalen Akteurinnen und Akteuren tragen die RIS-Koordinatorinnen und RIS-Koordinatoren dazu bei, Innovations- und Transformationsprozesse gezielt voranzubringen. Sie unterstützen die strategische Weiterentwicklung der Regionen und helfen dabei, neue Ideen, Kooperationen und Projekte anzustoßen und umzusetzen.
Der RIT-Monitor BW ist ein Analysetool der RegioClusterAgentur BW, das die Regionen Baden-Württembergs hinsichtlich ihrer Transformationspotenziale und Entwicklungsmöglichkeiten untersucht. Methodisch basiert die Analyse auf FuE-Förderdaten, Unternehmensdaten und dem regionalen Studienangebot.
Wirtschaftsförderung ist eine Institution, die die wirtschaftliche Entwicklung einer Region unterstützt, zum Beispiel durch Beratung von Unternehmen und Investoren, Hilfe bei der Beschaffung von Finanzierungsmitteln sowie durch Vernetzung.