To the main navigation

Share via:

Pressemitteilung

MedicalMountains: MDR 2.0 - Patientensicherheit ganzheitlich bedacht

MedicalMountains-Geschäftsführerin Julia Steckeler bezieht Stellung zur Diskussion um die Änderung der EU-Regeln für Medizinprodukte

Share via:

[Translate to English:] Doktor mit einem Notizblock in der Hand

Tuttlingen/Brüssel – Die Vorschläge der EU-Kommission zur Änderung der MDR (Medical Device Regulation) rufen derzeit in puncto Überwachung ein besonders geteiltes Echo hervor. Während die eine Seite Pragmatismus und Flexibilität begrüßt, warnt die andere vor möglichen Folgen für die Patientensicherheit. Für Julia Steckeler, Geschäftsführerin der MedicalMountains GmbH, überwiegen klar die Chancen, eine intelligentere Regulierung zu schaffen.

Bei weitreichenden Verfahren wie dem angestoßenen MDR-Amendment „ist es richtig und wichtig, das Für und Wider genau abzuwägen,“ findet Julia Steckeler. Bei manchen Punkten geht ihr die EU-Kommission zu weit – etwa bei den Vorschlägen zur Neufassung des Artikels 10a oder den Regelungen für Einmalprodukte in Artikel 17 –, an anderer Stelle hätte sie sich mehr Mut zur Veränderung gewünscht. Für die MedicalMountains-Geschäftsführerin überwiegt dennoch die Wirkung des Ganzen: „Die gezielte Überarbeitung bietet die Chance, einen evidenzbasierten, risikobasierten, verhältnismäßigen und damit international wettbewerbsfähigen Rechtsrahmen zu schaffen.

 

„Patientensicherheit bedeutet auch, die Verfügbarkeit bewährter sowie neuer, innovativer Medizinprodukte sicherzustellen.“ 
Julia Steckeler

Die Klammer um alles bleibe die Patientensicherheit. Diese beruhe jedoch nicht allein auf Prüfungen. „Patientensicherheit bedeutet auch, die Verfügbarkeit bewährter sowie neuer, innovativer Medizinprodukte sicherzustellen.“ Im Zulassungsverfahren sei beispielweise beim Äquivalenznachweis, einer breiteren Anerkennung nicht-klinischer Evidenz und den „Well-established Technologies“ der richtige Weg eingeschlagen worden. Ebenso brächten reduzierte Anforderungen bei SSCP und PSUR den Unternehmen spürbare Entlastungen. Eine Ausweitung der Möglichkeiten bedeute indes nicht weniger Kontrolle. „Auch wenn bestimmte Nachweise nun pragmatischer erbracht werden können, bleibt die inhaltliche Aufsicht gewahrt“, erinnert Julia Steckeler. Regulatorische Kapazitäten könnten aber stärker dort eingesetzt werden, wo Unsicherheiten, höhere Risiken oder neue Technologien besondere Aufmerksamkeit erforderten.

Ein Medizinprodukt hat das CE-Kennzeichen, ist auf dem Markt, die begleitenden Pflichten werden erfüllt – an der Überwachung entzünden sich derzeit die größten Diskussionen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht unter anderem vor, Überwachungsaudits alle zwei Jahre vorzunehmen, sofern keine Sicherheitsbedenken vorliegen. Unangekündigte Audits sollen nur noch „for-cause“, also „aus triftigem Grund“ erfolgen. Nach Ansicht von Julia Steckeler tragen Prüfungen nach Kalender nur bedingt zu einem höheren Sicherheitsniveau bei – wohl aber ein flexibles Vorgehen nach Evidenz. Oder anders formuliert: „Wenn ein Unternehmen durch seine langjährige Marktüberwachung, durch Vigilanzdaten, das QM-System und die Produktleistung belegen kann, Risiken unter Kontrolle zu haben, sollte das vom regulatorischen Rahmen auch anerkannt werden können.“ Das gelte jedoch auch hier nicht bedingungslos: Sobald neue Risikosignale auftreten, müsse die Intensität der Überwachung entsprechend wieder erhöht werden können.

Um Vorschriften weiterhin streng durchzusetzen und Herstellern gleichzeitig Luft für Innovationen zu geben, brauche es eine Regulierung, „die kontinuierlich aus den Erkenntnissen lernt, die während des gesamten Lebenszyklus von Produkten und Technologien gewonnen werden“, fasst die Geschäftsführerin zusammen. In wesentlichen Punkten weise die Überarbeitung der MDR genau in diese Richtung. Sie verbinde die Verantwortung der Hersteller, eine unabhängige Konformitätsbewertung, die Marktüberwachung und die Möglichkeit sofortiger risikobasierter Eingriffe. „Das bedeutet keine Deregulierung“, so Julia Steckeler, „das ist eine intelligentere Regulierung.“

Quelle: Pressemeldung: ,,„MDR 2.0“: Patientensicherheit bedeutet mehr als Prüfungen"

Back