Faces of Innovation #1 Thomas Wolf von PackSynergy AG
Innovation braucht Leidenschaft. „Faces of Innovation“ stellt Menschen vor, die mit ihrem persönlichen Engagement Transformation in Baden-Württemberg vorantreiben. Hier berichten sie, worauf es für sie ankommt, um Veränderung erfolgreich zu gestalten.
In dieser Ausgabe sprechen wir mit Thomas Wolf, geschäftsführender Vorstand der PackSynergy AG, über die Rolle von Vernetzung als Motor für Innovation und Transformation.
PACKSYNERGY AG
Thomas Wolf
Möttelinstrasse 22
88212 Ravensburg
E-Mail: info(at)packsynergy(dot)com
Internet: www.packsynergy.com
Thomas Wolf ist geschäftsführender Vorstand des Netzwerkes PackSynergy AG. Als größtes Netzwerk mittelständischer, inhabergeführter Verpackungshändler vereint PackSynergy 27 Local Champions in einem europäischen Verbund. Internationale Kunden und Lieferanten erhalten über PackSynergy grenzübergreifend Zugang zu den Standorten und Märkten in Europa.
Herr Wolf, an welchen Projekten, Initiativen oder Themen arbeiten Sie bei PackSynergy aktuell – und welche Bedeutung haben diese für Ihre Region?
Die Verpackungsindustrie nimmt eine zentrale Rolle im Produktionsgeschehen ein. Sie unterliegt zugleich zahlreichen technologischen Veränderungen, beispielsweise durch Fortschritte in der Automatisierung sowie Entwicklungen in den Bereichen Lagerhaltung und Logistik. Intensiv beschäftigen wir uns mit verschiedenen Anwendungsfeldern und Angeboten im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die Unterstützung unserer Mitglieder bei der Umsetzung der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation - eine EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle). Diese Verordnung wird erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Produktionslandschaft haben und ist für die Verpackungsbranche von besonderer Relevanz. Auch in diesem Bereich unterstützen wir unsere Mitglieder mit Informationen, Übersichten, der Klärung von Spezialfragen sowie weiteren praxisnahen Hilfestellungen.
Was motiviert Sie persönlich, sich in diesem Bereich zu engagieren?
Die Innovationskraft der Verpackungsbranche wird häufig unterschätzt. Eine Verpackung ist weit mehr als nur ein Wellpappkarton. Hinter ihr stecken umfangreiche Werkstofftechnologie, Ingenieurskunst und innovative Entwicklungen. Hier sind höchste Anforderungen an Funktionalität, Schutz und Nachhaltigkeit gefragt.
Stichwort Vielfalt: Mit 25 Mitgliedern bringt unser Netzwerk unterschiedliche regionale Gegebenheiten, Marktanforderungen, nationale Besonderheiten und kulturelle Perspektiven zusammen. Das macht den besonderen Wert und die Stärke von PackSynergy aus.
Und nicht zu vergessen: Das Engagement, die Kompetenz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit meines Teams machen die tägliche Arbeit nicht nur erfolgreich, sondern auch persönlich bereichernd.
„Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Zusammenarbeit über Regionen und Länder hinweg.”
Wo sehen Sie aktuell die größten Veränderungsprozesse in Ihrer Region?
Künstliche Intelligenz verändert die Verpackungsindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Beispiel bei effizienterer Produktionsplanung oder Qualitätskontrolle.
Neue gesetzliche Vorgaben, insbesondere die PPWR, erhöhen die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit von Verpackungen. Unternehmen müssen Verpackungen ressourcenschonender gestalten und neue Kreislaufkonzepte entwickeln. Dadurch entstehen sowohl Investitionsbedarf als auch neue Innovationschancen.
Politische Krisen, Handelskonflikte oder Störungen globaler Lieferketten können die Preise für Papier, Kunststoffe, Energie und andere Rohstoffe stark beeinflussen. Dies erhöht den Kostendruck auf Verpackungshersteller und deren Kunden.
Wie kann PackSynergy seine Mitglieder bei diesen komplexen Problemstellungen unterstützen? Welche Stärken bietet das Netzwerk als Partner?
PackSynergy unterstützt seine Mitglieder insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Automatisierung, Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen sowie bei den Auswirkungen schwankender Rohstoffpreise und geopolitischer Entwicklungen. Hierfür bieten wir verschiedene Formate an, darunter Informationsveranstaltungen, Weiterbildungsangebote, Dokumentationen und den Erfahrungsaustausch innerhalb des Netzwerks.
Diese Herausforderungen machen außerdem nicht an regionalen oder nationalen Grenzen halt. Sie betreffen die gesamte europäische Verpackungsindustrie und wirken sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. Genau hier liegt die Stärke von PackSynergy als europäisches Netzwerk: Wir betrachten diese Themen aus einer gesamteuropäischen Perspektive und können Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, ihrem Standort oder ihrer Rolle innerhalb der Wertschöpfungskette gezielt unterstützen. Ob Rohstofflieferant, Verpackungshersteller oder Endanwender – unsere Angebote stehen allen Akteuren der Branche in ganz Europa zur Verfügung.
Welche Herausforderungen erleben Sie in Transformationsprozessen? Und wie gehen Sie damit um?
Bei technologischen oder organisatorischen Veränderungsprozessen verfügen Unternehmen und unsere Mitglieder in der Regel über vergleichsweise große Handlungsspielräume. Anders verhält es sich bei gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen im Rahmen von Transformationsprozessen. Hier ist der eigene Gestaltungsspielraum deutlich eingeschränkter, da Unternehmen die vorgegebenen Regelungen umsetzen müssen, unabhängig davon, wie praktikabel diese im Einzelfall erscheinen.
Dies zeigt sich besonders deutlich am Beispiel der PPWR. Die Verordnung enthält teilweise Formulierungen, die Interpretationsspielräume zulassen und deren praktische Umsetzung noch nicht in allen Bereichen abschließend geklärt ist. Gleichzeitig können Verstöße gegen die Anforderungen zu Sanktionen führen. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen stellen diese Anforderungen eine erhebliche Herausforderung dar. Ohne gezielte Unterstützung durch Verbände, Netzwerke oder externe Experten sind die komplexen regulatorischen Vorgaben häufig nur schwer zu überblicken und umzusetzen.
Ergeben sich auch Chancen aus den aktuellen Entwicklungen?
Große! Die PPWR ermöglicht Unternehmen, die frühzeitig in recyclingfähige Verpackungen, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz investieren, sich Wettbewerbsvorteile zu sichern und neue Marktpotenziale zu erschließen.
Künstliche Intelligenz bietet Unternehmen die Möglichkeit, Prozesse effizienter zu gestalten und Ressourcen gezielter einzusetzen. Gerade in Bereichen wie Vertrieb, Kundenservice, Lagerlogistik oder Prozessoptimierung können Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit deutlich gesteigert werden.
Noch einmal zurück zu Veränderungsprozessen: Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit regionale Transformation langfristig gelingt?
Damit regionale Transformation langfristig gelingt, braucht es vor allem Offenheit für Veränderungen, Investitionsbereitschaft und einen kontinuierlichen Wissenstransfer zwischen den beteiligten Akteuren. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können die zunehmenden technologischen und regulatorischen Anforderungen häufig nicht allein bewältigen. Deshalb sind enge Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik sowie Verbänden und Netzwerken von großer Bedeutung. Wissenschaft kann Innovationen und neue Lösungsansätze liefern, die Wirtschaft sorgt für die praktische Umsetzung, und die Politik sollte verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Erfolgreiche Transformation entsteht dort, wo diese Akteure gemeinsam an praxisnahen und langfristig tragfähigen Lösungen arbeiten.
Wenn Sie zum Abschluss einen Wunsch oder eine Vision für die Zukunft der Region formulieren könnten – wie würde diese aussehen?
Eine starke und leistungsfähige Vernetzung aller beteiligten Akteure. Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger sollten ihr Wissen und ihre Erfahrungen stärker miteinander teilen. Aus meiner Sicht liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Zusammenarbeit über Regionen und Länder hinweg.
Vernetzung bedeutet für mich nicht nur Zusammenarbeit zwischen Branchen und Institutionen, sondern auch ein Stück gelebte Verantwortung füreinander. Wenn wir Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über Regionen und Europa hinweg verbinden, stärken wir nicht nur unsere Innovationskraft, sondern auch unser gegenseitiges Verständnis. Daraus kann eine Haltung entstehen, die weit über das Wirtschaftliche hinausgeht.
Über die PackSynergy AG
Über die PackSynergy AG
- Thomas Wolf ist geschäftsführender Vorstand des Netzwerkes PackSynergy AG.
- Als größtes Netzwerk mittelständischer, inhabergeführter Verpackungshändler vereint PackSynergy 27 Local Champions in einem europäischen Verbund.
- Die 1998 gegründete Gruppe hat inzwischen ihren Sitz in Ravensburg.
- Internationale Kunden und Lieferanten erhalten über PackSynergy grenzübergreifend Zugang in ganz Europa.
- Fokus auf strategischen Einkauf, Wissensaustausch und innovative Verpackungslösungen.